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Der digitale Beichtstuhl

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Der digitale Beichtstuhl

Beitrag  WS am So Sep 04, 2011 3:29 am

2011. Orwell ist tot. Aber seine Enkel Zuckerberg, google und Twitter sitzen unermüdlich in den digitalen Beichtstühlen, um auch noch das letzte Geheimnis aus ihrer Klientel herauszukitzeln. Schon 7 Jahre nach dem Tod Herodes begann die Volkszählung, um der herrschenden Kaste die zum Machterhalt notwendigen Daten zu beschaffen. In deutschen Kelern und auf deutschen Dachböden liegen sie noch, die Reliquien längst vergangener Zeit: von Motten und dem Zahn der Zeit zerfressene Transparente diverser Demonstrationen gegen die Volkszählung.

Der Internationale Statistische Kongress 1872 in Sankt Petersburg stellte die Empfehlung auf, welche persönlichen Daten bei jeder Volkszählung erfragt werden sollten:

1. Vor- und Zunamen,
2. Geschlecht,
3. Alter,
4. Verhältnis zum Haupte der Familie oder des Haushalts,
5. Zivilstand,
6. Beruf oder Beschäftigung,
7. Religionsbekenntnis,
8. im gewöhnlichen Verkehr gesprochene Sprache,
9. Kenntnis des Lesens und Schreibens,
10. Herkunft, Geburtsort und Staatsangehörigkeit,
11. Wohnort und Art des Aufenthalts am Zählungstag (ob dauernd oder vorübergehend anwesend, respektive abwesend),
12. Blindheit, Taubstummheit, Blödsinn und Kretinismus, Geisteskrankheit.

Die genannten Personendaten bilden im Allgemeinen auch heute noch die Grundlage jeder Erhebung. Und anno 2011? Privatsphäre? War gestern. Zwischen den amtlichen Volkszählungen werden auch noch die kleinsten persönlichen Details ins Internet geblasen, freiwillig und mit voller Absicht. Es soll doch schließlich jeder wissen, wie das letzte Date verlief, ob der Stuhl am Morgen die optimale Konsistenz hatte oder was man zwischen 7.00 Uhr und 7.02 Uhr so dachte. dazu gesellt sich eine schier unbegreiflich umfangreicher Pool an Privatfotos, ich auf dem Fahrrad, ich auf dem Bett, ich auf dem Klo, ich mit 13, ich mit 15, Oma besoffen, Tante Hertas lustige Skatrunde, mein Wellensittich usw. usf. Dinge, auf welche die Welt gewartet hat. Und die US-Megaserver im Hintergrund sammeln alles, restlos alles- bis in alle Ewigkeit. Vorlieben, Schwächen, politische Ansichten, Wohnort, soziale Stellung, Krankheiten usw. Daraus läßt sich ein an Präzision und Detailreichtum nichts vermissen lassendes Profil erstellen. Zuckerberg, der smarte Sunnyboy, rafft unermüdlich die Daten, google Streetview liefert dazu die präzisen Örtlichkeiten und diverse Bilddatenbanken beherbergen die dazu passenden Bilddokumente. Und wer steckt hinter all der Sammelwut? Richtig. der Osterhase. damit dir zur rechten Zeit das passende Ei in die Bude gelegt werden kann.

WS

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Re: Der digitale Beichtstuhl

Beitrag  MC am So Sep 04, 2011 8:13 pm


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